Paranoia City legt Ihnen ans Herz:

zueritipp 24.6.2004

Glück - ein Schnäppchen

Glück ist nach Stefan Klein das Resultat der richtigen Chemie im Kopf und lässt sich lernen, indem wir unser Gehirn umprogrammieren. Stefan Klein verarbeitet die neusten Erkenntnisse aus der Hirnforschung und bringt sie in eine leichtfassliche Form. Was uns glücklich macht, nämlich unter anderem mässige aber regelmässige Bewegung, Abwechslung und Beziehungen pflegen, hat Auswirkungen auf das ‚Glückssystem' im Gehirn, das mit täglichen Übungen zum Glücklichsein trainiert werden kann. Ein preiswerter solider Ratgeber. Braucht es mehr zum Glück?

„Einfach glücklich", Stefan Klein, Rowohlt, 141 Seiten, 12.80 Fr.

Will ich!
zueritipp 24.6.2004

Unglück leicht gemacht

In der EM ausgeschieden, das Shopping Stadion Hardturm im Eimer und immer noch nicht unglücklich? Höchste Zeit, Paul Watzlawick zu lesen. Basierend auf Jahrzehnte klinischer Forschung hat der amerikanische Psychologe die Mechanismen, die zum Unglücklichsein führen, herausgearbeitet. Der wichtigsten Knöpfe im Kopf, die garantiert unglücklich machen, sind das „sei spontan" oder „sei glücklich" Paradox und die Doppelbindung in der Art: Wenn Dir Fussball wirklich am Herzen liegt, würdest Du den Shopping Koloss lieben. Ein höchst amüsanter Klassiker, der zum Denken und Lachen anregt.

„Anleitung zum Unglücklichsein", Paul Watzlawick, Piper, 134 Seiten, 14.80 Fr.

Will ich!
zueritipp 17.6.2004

Schön, reich und brav

Der Mann ist ein Vorbild. Laut einer Umfrage in England bevorzugen seinetwegen 88 Prozent der jungen Männer die ‚wahre Liebe' und halten die Familie in Ehren. Er setzt Modetrends, macht den Sarong für Männer salonfähig und lackiert sich auch mal die Fingernägel. Und er ist der bestverdienende Fussballer unserer Zeit: David Beckham. In dieser unautorisierten Biografie wird der Werdegang eines Fussballstar als Medienphänomen und Symapathieträger aufgezeigt. Sein Lieblingswitz: Der Unterschied zwischen einem Einkaufswagen und David Beckham? Der Einkaufswagen hat einen eigenen Willen!

„David Beckham", Stafford Hildred/Tim Ewbank, Heyne, 271 Seiten, 21.80 Fr.

Will ich!
zueritipp 17.6.2004

Der entscheidende Augenblick

Die Fotografen der Agentur Magnum sind berühmt für Kriegsreportagen von Robert Capa und meisterhafte Alltagsbilder von Cartier Bresson und René Burri. Fussball, sofern er auf manikürtem Rasen von millionenschweren Ballkünstlern zelebriert wird, gehört nicht zum Kerngeschäft von Magnum. Doch Fussball wird überall gespielt, wo auch Magnum Fotografen unterwegs sind. In diesem prachtvollen vierfarbigen Bildband werden die besten Fotos von den besten Fotografen gezeigt: Liebevolle ungestellte Dokumente ungestillter Spielfreude, Fussball fürs Auge.

„Magnum Fussball", René Burri et al., Phaidon Verlag, 184 Seiten, 42 Fr.

Will ich!
Fussball für Kinderseelen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Über Zinédine Zidane erfahren wir wenig. Aber über Fussball und seine heilsame Wirkung auf verletzte Bubenseelen sehr viel. Philippe Dubath, als Kind dünnbeinig und mit schiefer Schulter, findet nach einem Missbrauchserlebnis Frieden und Bestätigung beim Fussball spielen. Auch als ewiger Ersatzspieler bleibt der Westschweizer dem runden Leder treu, wird Journalist und bleibt Amateurkicker. Diesen langen Brief an seine Frau hat er verfasst, um ihr und uns die Faszination des Fussball näher zu bringen. Es ist ihm gelungen. Fussball höchst persönlich.

„Zidane und ich", Philippe Dubath, bilgerverlag, 76 Seiten, 20 Fr.

Will ich!
Züritipp 10.6.200

Schokoladenziegel

Der italienische Dramatiker und Nobelpreisträger Dario Fo fabuliert aus seiner Kindheit am Lago Maggiore, ganz nach dem Motto: Deine ersten sieben Jahre erzählen, wer Du bist. Als Kind hält er die Häuser in der Schweiz am anderen Ufer des Sees für aus Schokolade gebaut, als Junge wird er als Briefbote im antifaschistischen Widerstand eingesetzt und als Jugendlicher muss er kurz vor Kriegsende ins Militär, desertiert und wird - Kunstmaler. Glorios das Finale, als er, ganz der spätere Regisseur, den Besuch von Picasso fingiert. Ein heiteres Buch eines begnadeten Geschichtenerzählers.

„Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu", Dario Fo, Verlag Kiepenheuer&Witsch, 240 Seiten, 30.80 Fr.

Will ich!
Zueritipp 10.6.2004

Ungehöriger Professor

Noam Chomsky führt ein Doppelleben: Als angesehener Professor für Linguistik und als unerbittlicher Kritiker US-amerikanischer Machtpolitik. Seine These - Terror ist, was die anderen tun; die USA führt „gerechte Kriege" mit immens mehr Opfern - belegt Chomsky mit Beispielen aus 50 Jahren und Vietnam bis Irak. Zwischen Folter und Verbesserung des Investitionsklimas wurde schon vor 20 Jahren ein enger Zusammenhang gefunden, berichtet Chomsky. So soll der Irak für die Öl-Konzerne gefügig gemacht werden. Bedenkens-, lesens- und preiswerte Lektüre.

„Power and Terror", Noam Chomsky, Europa Verlag, 104 Seiten, 18.10 Fr.

Will ich!
züritipp vom 3.Juni 2004
On the Road in China

Das Schlitzohr Xu Xing (Aussprache Shü Shing) und sein Kumpel Xi Yong (Shi Yung) radeln in den 80er Jahren durch China. Knapp bei Kasse geben sie sich mal als hohe Parteikader aus, um an ein opulentes Mahl zu kommen. Dann zieht es die beiden nach Deutschland: Die zwei landen im obligaten China Restaurant in der Küche und mogeln sich durch auf der Suche nach Geld und Glück. Xi Yong stirbt an Liebeskummer. Xu Xing kehrt zurück nach Peking, das sich beängstigend verändert hat. Ein turbulentes Lesevergnügen und den sarkastischen Blick von unten auf China und Europa beschert uns Xu Xing.

 „Und alles, was bleibt, ist für dich“, Xu Xing, SchirmerGraf Verlag, 273 Seiten, 35.80 Fr.

Will ich!
züritipp vom 3.Juni 2004
Rebellion ist machbar

Der Verleger Lutz Schulenburg hat aus dem Fundus der 30 Jahre Edition Nautilus rebellische Widerworte zusammengestellt, die uns zum Aufmüpfen ermuntern sollen. Nicht Theorie sondern Praxis ist angesagt. In 10 Kapitel, die Motive, Persönlichkeiten und Umstände thematisieren, kommen grosse und kleine Helden und Heldinnen der Revolten aus 200 Jahren kurz und bündig zu Wort: Michail Bakunin, Subcomandante Marcos, Manu Chao, Arundhati Roy und viele mehr. In diesen Zeiten der Erbsenzähler und Abzocker erfrischend freche und lehrreiche Anregungen.

„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche“, Lutz Schulenburg (Hg.), Edition Nautilus, 158 Seiten, 18.10 Fr.

Her damit!
Kurt Vonnegut
Gott segne Sie, Dr. Kevorkian
Aus dem Amerikanischen von Harry Rowohlt

Reportagen aus dem Jenseits. So stimmt Vonnegut uns ein. Er unternimmt als Radiojournalist kontrollierte Nahtod-Reisen ins Jenseits und kehrt wieder zurück, um uns zu berichten: Bedeutende Persönlichkeiten stehen ihm Red und Antwort. So sagt uns z.B. der australische Ureinwohner Birnum Birnum, der erste seines Volkes der Jura studiert hatte, die Tasmanier seien "die Opfer des einzigen komplett erfolgreichen Vökermordes, den wir in der Geschichte kennen." Da mischt sich doch glatt Louis Armstrong ein, "die seien genauso intelligent und begabt wie sonst wer. In meiner jetzigen Band spielen zwei Tasmanier und zwar so richtig geil." Das war eine kurze Wiedergabe von Jelena Mair, zur Zeit im zweiten Lehrjahr. Wenn ihr jetzt auch so richtig geil auf die kurzen spannenden Interviews seid, schaltet den Radiosender WNYC ein oder schnappt euch in der nächsten Buchhandlung die aufgezeichneten Reportagen von Kurt Vonnegut.
Das Vergnügen ist versprochen.

Hanser Verlag
ISBN 3-446-20468-7
sFR  18.50

Aber ja doch!



Saddam Hussein kam von ganz unten. In seiner Kindheit gehörte Gewalt zum Alltag und mit gerade 20 Jahren beging er seinen ersten Mord. Irak war vor dem Ölboom ein sehr armes Land, das bis nach dem zweiten Weltkrieg fremde Herrscher, zunächst die Türken, dann die Briten zu erdulden hatte. Im Kalten Krieg profilierte sich Saddam, der Name bedeutet: der dagegen ist, als aufrechter Antikommunist und Kontaktmann der CIA. Als die nationalistische Baathpartei 1968 die Macht ergriff, hielt sich Saddam Hussein zunächst im Hintergrund und baute den Geheimdienst der Baathpartei auf, der den hübschen Namen "Instrument der Sehnsucht" trug. Durch die Verstaatlichung der Ölindustrie wurde der Irak über Nacht zum umworbenen schwerreichen Kunden für die westlichen Rüstungskonzerne und die USA, die dem späteren Oberschurken Saddam im Krieg gegen den Iran zu Hilfe kamen, auch mit Giftgaslieferungen. Mit dem Überfall auf Kuweit übermarchte Saddam und riss den Golfkrieg 1 vom Zaun. Doch das Strassenkind hat er eines gelernt: überleben.
Der englische Journalist Con Coughlin hat aus den Interviews mit Überlebenden des Regimes von Saddam Hussein und offiziösen Quellen eine packende Biographie geschrieben, die vieles klärt, was jetzt im Dunst des Kriegsgerassel zu verschwimmen droht.
Und er lebt immer noch (April 2004).
Coughlin, Con: Saddam Hussein.
Porträt eines Diktators. Die Biographie. 2002. 495 S. m. 5 Ktn. u. Pln., 16 Fototaf. 22 cm. Gebunden.
-LIST-40.50 sFr
Aber ja doch!



Flieg, Flengel flieg
Brigitta Garcia Lopez hat den wunderbaren Flengel erfunden, für ihn eine ganze Welt aus Plastillin geformt und ihm eine Geschichte aus liebevollem Durcheinander auf den Leib geschrieben, die jetzt im Bilderbuch ‘Flieg, Flengel flieg’ im atlantis Verlag Pro Juventute erschienen ist.
Brigitta Garcia Lopez: ‘Flieg, Flengel flieg’
atlantis Verlag Pro Juventute 2002. Ab 2 bis 100 Jahren, farbig, Fr. 23.-
Will ich!
Zum wievielten Mal remittiert nun Buchhändler Helfenstein die rechtslastige Zeitschrift «Okzident»? Am liebsten hätte er die ekelhafte Ware in den Abfall geworfen. Dann entdeckt er auch noch, dass ein ehemaliger Studienfreund Schriftleiter des «Okzident» ist. Ein alter Genosse! Dem muss auf den Grund gegangen werden. Im delirischen Showdown drehen sich ein ländlicher Financier der Rettung des moralischen Abendlandes, ein städtischer Anwalt mit Schlägertruppe, dubiose und kuriose Liebesaffären und ein parlamentarischer Waschlappen auf rechten Schleichwegen. Ein heilsames Durcheinander!
Wolfgang Bortlik, geboren 1952 in München, lebt in Kleinbasel. Studierte ohne Ende, warnd ist tätig als Buchhändler, Verleger, Lektor, Übersetzer, Musiker und Hausmann. Er schreibt regelmässig Glossen, Gedichte und Romane. Zwei Bücher: «Wurst & Spiele», «Halbe Hosen», und zwei CDs: «Aufwasch» und «Chez Heico». Alle bei uns erhältlich
Wolfgang Bortlik: Hektische Helden. Roman. Limmat Verlag. 150 Seiten, gebunden. CHF. 29.–
Her damit! Porträt eines Diktators. Die Biographie. 2002. 495 S. m. 5 Ktn. u. Pln., 16 Fototaf. 22 cm. Gebunden. 790gr.

»Dieses Buch«, schreibt der Autor, »befaßt sich mit der Vergangenheit, ist aber alles andere als tote Archäologie oder bloße Nostalgie nach der verlorenen Zeit. Denn es setzt sich mit einer langen Reihe von Themen, Werten und Problemen auseinander, die auch im Mittelpunkt unserer Gegenwart stehen.«
Ich bestelle: Ex.
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-LIST-40.50 sFr
Die neue CD von Wolfgang 'Bölke' Bortlik heisst natürlich 'Chez Heico' und enthält lustvoll böse Lieder, doppelbödigen Gedichte und begeisternde Begleitung von Gogo Frei und Schändu Mummenthaler.
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