Schon einmal von Filonex, Rotopter, Helvetopolis oder Rotaped gehört? Kaum, denn diese Ausdrücke gibt es nur in der Geschichte, die sich ab 1800 parallel zu der unseren entwickelt hat. Die Helvetik, die von 1798 bis 1804 dauerte, war eine ungewöhnlich dynamische Periode der Schweizer Geschichte. Neue Kantone, neue Institutionen wurden geschaffen, verändert, wieder abgeschafft. Was, wenn die Geschichte danach im gleichen Tempo weitergegangen wäre? Wie sähe die Schweiz aus, die so entstanden wäre? Und in was für eine Welt würde sie passen?

Kanua Igbono, ein Brückenbauingenieur aus Lagos, reist auf seinem zwölfgängigen Aluminium-Rotaped (Fahrrad) durch das helvetische Territorium des Jahre 205 p.r. (1998 gemäss altem Kalender). Zwischen Les Verrières (Kanton Jura) und Alt-stätten (Kanton Säntis) besucht er sadistische Gourmets, automatenbauende alte Männer, neo-lithische Dörfer, ekstati-sche Sekten, gemütliche Kanderheimer, verlassene Retorten-städte... Vor allem ist Kanua ein Bewunderer der berühmten Holz-brücken des Appenzeller Baumeisters Hans Ulrich Grubenmann (1709-1783). Das helvetische Territorium hat mit der heutigen Schweiz fast nur noch die Landschaft gemeinsam. Es hat zwar auch seine zivilisatorischen Widersprüche, doch das Leben ist leichter, spielerischer, genussvoller.

P.M.s Reisebeschreibung ist eine lockere und überraschungsreiche Parodie auf die zwei möglichen Geschichten, auf ihre Helden und auf sich selbst. Trotz seiner sehr befremdlichen Praktiken wächst einem bis zum Ende des Texts das helvetische Territorium richtig ans Herz und hätte man Lust, auch noch den Kanton Tessin oder die Millionenstadt Basel zu besuchen.

P.M.: Agbala dooo!
Eine Reise durch das helvetische Territo-rium (57) im Jahre 205 p.r.
128 Seiten, englische Broschur, Fr. 20.-/Euro 10.-
bestellen!