Nana Kwame Adjei-Brenyah: „Friday Black“

Neuerscheinungen haben es schwer in Zeiten von Corona. Hier ein hochaktuelles Debüt, erstmals Deutsch, das nicht unbeachtet bleiben darf:
Die zwölf Geschichten im Buch drehen sich um nie enden wollende Konsumwut, den omnipräsenten Rassismus und dessen Ausmasse und die daraus resultierende Gewalt und Ungerechtigkeit. Sie spiegeln die gegenwärtige Wut vieler Bürger*innen in den USA und andernorts.WeiterlesenNana Kwame Adjei-Brenyah: „Friday Black“

Carmen Maria Machado: „Ihr Körper und andere Teilhaber“

Ein Buch mit acht Erzählungen über Körper, die einer gewaltsamen Welt ausgesetzt sind; der Welt des Patriarchats. Es sind skurrile, brutale und immer wieder warme Geschichten über Körper die bedroht sind, Frauenkörper die mit Kleidern vernäht werden, die zur Auslöschung gezwungen und dadurch durchsichtig werden. Machado schreibt mal hoffnungsvoll und leicht und plötzlich bricht alles ein, so dass ich ab den starken Sätzen leer schlucken und aufschauen musste und Beklemmung mich überkam.WeiterlesenCarmen Maria Machado: „Ihr Körper und andere Teilhaber“

Ta-Nehisi Coates: „Der Wassertänzer“

Hiram Walker wächst in den Südstaaten in der Sklaverei auf. Als Kind musste er miterleben wie seine Mutter verkauft wurde und für immer verschwand. Sein Vater, ein reicher weisser Plantagenbesitzer entdeckt bald darauf, Hirams Talent, seine Gäste mit seinem aussergewöhnlich guten Gedächtnis zu unterhalten und holt ihn ins Haupthaus, wo er nebst seinem weissen Bruder unterrichtet werden soll. Als sein Bruder bei einem Unfall ums Leben kommt und Hiram wie durch ein Wunder überlebt, entdeckt er noch eine andere Gabe, die ihn schliesslich zum „Underground“ und in die Freiheit führen soll.WeiterlesenTa-Nehisi Coates: „Der Wassertänzer“

Karosh Taha: „Im Bauch der Königin“

Dieses Buch mit Wendecover kannst du auf beiden Seiten beginnen und dir einmal die Geschichte aus Sicht von Amal und einmal aus der von Raffiq erzählen lassen. Beide haben ihre eigene, zum Teil sehr unterschiedliche, Wahrnehmung und zugleich dieselbe unerklärliche Anziehung/Abstossung zu Shahira, der Mutter ihres besten Freundes.WeiterlesenKarosh Taha: „Im Bauch der Königin“

Olivia Wenzel: „1000 Serpentinen Angst“

Dieses wagemutige, unverblümte Nicht-Roman Debüt empfehle ich mit Vorbehalt. Olivia gewährt uns zwar mit ihrer, fälschlicherweise vom Verlag als Roman etikettierten, Selbstbefragung einen ergreifenden Einblick in ihre Gedankenwelt, die von Ausgrenzung in der DDR als Woman of Color geprägt ist, doch überzeugt mich das Buch literarisch nicht vollends. Wie hat’s dir gefallen? Tipp von Margot.WeiterlesenOlivia Wenzel: „1000 Serpentinen Angst“

Ottessa Moshfegh: „Heimweh nach einer anderen Welt“

Moshfegh beleuchtet in Nahaufnahme die einsamen und trostlosen Randfiguren unserer Gesellschaft, welche sie zur den ProtagonistInnen ihrer Kurzgeschichten kürt. Die Charaktere sind keinesfalls sympathisch, doch sie schwanken entschieden und mit einer imposanten Kraft durch ihre Leben, dass ich als Leserin mit erwartungsvollem Schrecken ausharre und staune.
Die abgründigen Geschichten halten ihre Spannung bis zum Ende und hören nie auf wie erwartet. WeiterlesenOttessa Moshfegh: „Heimweh nach einer anderen Welt“

Anna Burns: „Milchmann“

Dieses Buch ist so zeitlos und vielfältig, dass wenn ich einmal angefangen habe über den Inhalt zu erzählen, ich nur schwer wieder damit aufhören kann.WeiterlesenAnna Burns: „Milchmann“